Südafrika Tag 8: Affenpilot und eine Fake-Entführung


Es reicht! Zum letzten Mal stehen wir in diesen Ferien vor Sonnenaufgang auf… so hoffe ich zumindest. Wir fliegen heute von Durban nach Port Elizabeth und fahren danach weiter nach Knysna. Wir müssen um 6 Uhr spärestens am Flughafen sein, da wir vorher unseren fahrbaren Untersatz abgeben müssen.

Die Verabschiedung davon war kurz und schmerzlos, eine schnelle Abwiclung ohne Probleme. Check-in war dann doch mehr ein Thema, wir mussten 45 Minuten anstehen, da das eCheck-in nicht funktionierte. Und die Dame am Schalter stellte eine Unmenge an Fragen wie „Haben Sie eine Waffe dabei“ oder „Haben Sie den Koffer gepackt“? Wahrscheinlich meinte Sie, dass unser in Zeitungspapier eingepackter Giraffe eine Pumpgun ist, da Judith den Giraffen vor sich hinstellte und ihn am Hals würgte, so quasi ‚Gewehr bei Fuss‘ machte.

Der Flug war eigentlich ok, ausser vielleicht, dass der Pilot anscheinend ein Affe war, gesehen habe ich ihn aber nicht. Auf alle Fälle flog mit uns eine grosse deutsche Reisegruppe mit. Ihr Anführer übernahm mitten im Flug die Kontrolle über das Boardinfosystem (ich dachte zuerst an eine Entführung) und sprach in das Mikro: Liebe deutsche Gäste, der Pilot macht heute seinen letzten Flug (ui, haben sie den Piloten schon überwältigt?), da er danach in Pension geht (aha, ein Senior am Steuer, darum zitterte das Flugzeug so kurz nach dem Start stark) und darum bitte ich Euch, nach der Landung alle zu klatschen und laut ‚UH UH UH‘ zu rufen. Klatschen kenne ich von billigen Low-cost Ferienfliegern, aber uh uh uh? Bei diesen Lauten kommt mir nur der Brunftschrei von Affen in den Sinn…. Ihr glaubt mir nicht? Ich habe den paarungswilligen Schrei der Orange Utans extra für euch heimlich aufgenommen. Heimlich deshalb, weil mir eine Entführung doch noch wahrscheinlicher erschien, als im Affenhaus zu sitzen.

Das Affenhaus ist gelandet! (Ton einschalten)

Apropos zitterndes Flugzeug. Beim Start und der Landung haben wir jeweils eine Wolkendecke durchbohrt, da gab es einige Turbulenzen. Kurz nach dem ersten Wackeln, sagte die junge Sitznachsbarin neben mir mit ernster Stimme ‚Wir werden sterben!‘ Ich dachte zuerst an einen Witz und schielte zu ihr rüber, sie sah nicht witzig aus (ok, das hätte sie auch nicht, wenn sie den Satz nicht gesagt hätte). Es ruckelte noch ein paarmal und genau so viele Male hörte ich diesen Satz. Das gleiche wieder beim Sinkflug. Wenn der Flug nur noch eine Minute länger gedauert hätte, wäre sie wirklich gestorben, aber NUR sie.

Nachdem der Affe das Flugzeug sicher und sanft auf dem Boden aufsetzte und wir das Gepäck entgegengenommen hatten, mussten wir unseren neues Fortbewegungsmittel für den zweiten Teil der Reise abholen. Wie schon beim ersten Teil von Europcar. Ich wusste nicht genau, was für einen Typ und wie es aussehen wird, aber ich machte mir schon meine Gedanken ob mit meinem Führerschein das Fahren dieses Vehikel erlaubt ist:

Die SUV’s werden auch immer grösser

Leider war diese Kategorie schon vergriffen und wir bekamen einen stinknormalen Nissan. Judith hat dann sofort unseren blinden Passagier in den Fond gesetzt. Was sage ich, geschnallt, gefesselt und geknebelt. Glaube, der ist am Besten gesichert von uns allen.

Man merkt, dass wir hier an der Garden Route wieder mehr in der Zivilisation sind, der Kleidungssil wird moderner und auch die Autobahnen sehen aus wie Autobahnen. Also jeweils zweispurig in eine Richtung und keine Schlaglöcher. Nur die Spaziergänger und Tiere am Rand weisen darauf hin, dass wir zwar in der gleichen Zeitzone leben, aber sicherheitstechnisch doch meilenweit voneinander enfernt sind. Auf dem Weg nach Knysna durchfährt, besser überfährt man zum Teil riesige Schluchten und damit hohe Brücken. Eine davon ist die Bloukrans River Bridge, auf der man Bungeejumping machen und sich über 200 Meter in die Tiefe fallen lassen kann. Sofern man nicht das falsche Seil an den Füssen hat.

Knysna selber hat ca. 50’000 Einwohner und viele Touristen. Ausserdem ein aufgepimtes Viertel namens ‚Waterfront‘ wie es immer mehr jedes grössere Touristenkaff mit Meerhafen hat. Die Waterfront ist sowas wie das Ghetto der Touristen, die einheimischen Schwarzen sind nur zum Bedienen da. Das Thema Apartheit ist noch in vielen Köppfen, wenn auch vielfach sicher unterbewusst. Zum Beispiel sind in den Restaurants vielfach nur schwarze oder weisse. Oder selten sieht man gemischte Gruppen unterwegs. Da gibt es leider noch immer viel zu tun….

Der Eingang zum Touri$ten Ghetto (das Dollarzeichen ist extra drin :-))

Zum Schluss noch ein paar andere Schnappschüsse von Knysna. Morgen sind wir den ganzen Tag hier, was wir genau machen ist mit meiner Copilotin noch nicht ganz fertig ausdikutiert.

P.S. Gewisse Fotos sind extra Schwarz-weiss, da kommen die Menschen darauf besser zur Geltung (ach, wie gemein bin ich den nun schon wieder, aber wer mich kennt, weiss wie ich es meine :-))

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