Südafrika Tag 5: Lisa weiss nicht mehr weiter, Zorro schon


Heute gings von Swasiland zurück nach Südafrika, genauer nach Hluhluwe, genauer Rhino Ridge Lodge. Warum diese Detaillierung so wichtig ist.. einfach weiterlesen.

Aufgestanden mit Nebel in Swasiland, der Frühling fängt ja gut an. Genau, heute ist Frühlingsanfang im Süden Afrikas, im Radio wird dies ausgiebig zelebriert und die Werbung promotet Spring break Ferien. Wir haben also dieses Jahr unseren zweiten Frühling erlebt 🙂

Das wars heute auch schon mit Frühlingsgefühlen, der Rest war, sagen wir mal, nervenaufreibend. Es fing gut an, noch in Mbabane gingen wir auf einen einheimischen Handmade craft Markt. Wir waren die einzigen, uns standen ca. 100 Anbieter gegenüber. Hier waren wir wirklich noch als Kunde der König, alle buhlten um uns. Aber sehr anständig und freundlich.

Gekauft haben wir auch was, einen grossen Giraffen auf Holz, der wird jetzt unser Wohnzimmer schmücken… sofern er überhaupt nach Hause kommt. Mal schauen, was die Fluggesellschaften dazu sagen.

How are you? Where are you from? please lukiluki…

Dann weiter zur Grenze. Nach den schlechten Erinnerungen von gestern mit mulmigen Gefühl. Aber siehe da, es geht auch anders. Diesmal war es ein Übergang wie ihn man sich vorstellt, einen Schlagbaum in der Mitte und links und rechts davon eine Baracke.

Zuerst also in die linke, bzw. Swasiland-Seite. Pass abstempeln und mit dem Auto (wichtig, man durfte nicht das Auto in Swasiland stehen lassen und in die Baracke vom Südafrika gehen) auf die andere Seite. Hier wieder Pass abstempeln und fertig. Das ganze hat kaum 15 Minuten mit Pinkelpause gedauert. Juhuuu, viel Zeit gespart! Tja, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Ziel war, spätestens um 18 Uhr im Hluhluwe Nationalpark zu sein, dort drin befindet sich unsere Lodge. Denn, um 18 Uhr schliessen gemäss Reiseführer die Tore. Das Navi zeigt an, dass wir um ca 16.30 dort sein sollten.

Kaum nach der Grenze verloren wir schon wieder viel Zeit, die Strasse war wieder durchlöchert. Also wieder max. 30 km/h und Slalomfahren, das Navi zeigt nach 50 Kilometer Fahrt fast eine Stunde mehr an, ca. 17.20. Somit sind noch 40 Minutem Zeitreserve vorhanden.

Holperdipolter…

Aber jetzt geht es gut vorwärts, wir fahren durch kleine Städte und Käffer, meistens mit einer Filiale von KFC ausgestattet. Ist so was ähnliches wie bei uns mit dem Gemeindehaus, gibt es auch in jedem Ort.

Wir erreichen die Region Hluhluwe um ca. 17 Uhr, zu fahren sind gemäss Lisa (unser Navi) noch 17Km. Aber dann plötzlich motzt Lisa und sagt, wir fahren in die falsche Richtung. Ok, Frauen irren sich auch mal, also umkehren und die Strasse mit gefühlten 1 Mio. Bodenwellen (wenn schon keine Löcher, dann halt Bodenwellen) zurück cruisen, die Uhr tickt… Und nach ca. 15Km… Ok, wir wissen alle, dass Frauen sehr schnell ihre Meinung ändern können, aber Lisa motzt wieder und meint, wir sollten wieder umkehren! Spätestens dann sollte Mann wissen, dass Frau eigentlich gar keine Ahnung hat wohin es gehen soll und einfach mal was sagt.

Es ist nun knapp 17.30 Uhr und Lisa streikt. Also die Alternative angeschmissen, Google Maps (nennen wir ihn Tom) und Ziel eingegeben. Tom bestätigt mir das und sagt sofort den Weg. Und komischerweise genau in die andere Richtung als Lisa! Also los…

Tom ist ein typischer Adventure Typ und navigiert uns zu Schotterstrassen, die irgendwann zu Feldwegen und zuletzt zu Wiesen werden. Noch 7 km sagt mir die freundliche Stimme von Tom. Wie heisst so ein bekanntes Lied? “ Der Weg wird steinig sein…“ Na, das ginge ja noch, dann hätten wir wenigstens einen Weg. Aber einfach Wiese?

Wir sind irgendwo in der Pampa und einfach ratlos. Der Weg hört nach ein paar Kiliometer einfach auf und wir stehen mit dem Auto auf einer grünen, saftigen Wiese… und noch 15 Minuten bis Torschluss. Nächster Plan war, die Lodge anzurufen um zu sagen, dass wir noch nicht von den Löwen gefressen wurden, sondern einfach später kommen, sofern wir eines der 3 Haupteingänge finden. 079 habe ich gewählt, aber es hat nur Tutut gemacht… Ich habe mindesten 5 verschiedene Telefonnummern ausprobiert, entweder wurde gar nicht abgenommen oder ein Band kam mit der Info der Öffnungszeiten.

Zwischenzeitlich ist es schon nach 6 Uhr, wir überlegen uns als Alternative ein anderes Hotel zu suchen. Aber versuch das mal in der Pampa… Letzte Alternative, die CH Notfallnummer vom Reisebüro. Also Prepaid Handy in die Hand und wählen… es klingelt… nochmals… und nochmals, die Mailbox kommt: Dies ist die Notfallnummer….hinterlassen sie eine Nachricht. Gesagt, getan und gewartet. In der Zwischenzeit ist es stockdunkel.

Das Handy klingelt, die Notfallperson ist am anderen Ende. Es geht vorwärts. Ihm erklärt, dass keine Nummer funktionert und er doch die Lodge direkt informieren soll. Er meldet sich wieder. Es beginnt zu blitzen am Himmel.

Fünf Minuten später ruft er zurück und sagt, dass auch bei ihm keine Rufnummer der Lodge Erfolg gebracht hat, er veruche es jetzt noch beim lokalen Travel Agent und gibt diesem meine Nummer. Ich solle warten. Ich sehe mich schon im Auto schlafen…

Dann ruft mich doch tatsächlich die Lodge zurück. Er beginnt zu smalltalken, ich unterbreche ihn und sage, dass ich nicht wisse wieviel Guthaben noch auf der Telefonkarte sei und deshalb direkt zur Sache kommen sollten. In der Zwischenzeit hat meine Copilotin ein anderes Eingangsgate rausgesucht, dies ist aber 75 Minuten Fahrzeit entfernt. Also dem Lodge Manager gesagt, dass wir in ca. einer Stunde an diesem Gate sind und er dafür sorgen soll, dass uns ein Ranger abholen kommt. Ok, geht klar.

Wir fahren los und wie durch ein Wunder sehen wir plötzlich einen Wegweiser zur Reservat. Also abbiegen und hoffen. Wir fahren ca. 500 Meter und stehen vor einem verschlossenen Tor. Wie kommen wir nun rein und wie heisst dieses Gate? Also wieder Lodge anrufen und ihm sagen, dass wir ein Gate gefunden haben, wissen aber nicht welches. Es stehe nur eine Notfallnummer drauf, beginnend mit 079 (diesmal kein Witz). Ich kann diese Nummer nicht anwählen, mit oder ohne Landesvorwahl, es funktioniert nicht. Ok, er versucht es und meldet sich wieder. Nun regnet es richtig.

Das Gate ohne Namen

Er ruft wieder an und sagt, dass er nun wisse an welchem Gate wir stehen. Er schickt einen Ranger los, dauert ca. 30 Minuten. Die Gate Security ist auch informiert. Wir warten, es ist stockdunkel und von allen Seiten schauen uns die Augen von Wildtieren an.

Plötzlich sehen wir den Schein einer Taschenlampe. Wir zünden das Autolicht an und blinken mit dem Fernlicht. Das Licht der Taschenlampe verschwindet wieder… Wieviele Male habe ich so eine Situation schon am TV gesehen, Rettung naht und verpasst einem schlussendlich doch.

Dann, einige Zeit später, das Flutlicht des Gates geht an, sie haben uns entdeckt. Ein Security Mitarbeiter kommt und fragt, was wir wollen. Ich erkläre die Situaion und er so: Aha, ok, dann bitte warten bis der Ranger kommt. Und bitte zurück ins Auto, in der Nähe sei ein Löwenrudel gesichtet worden. Beruhigend!

40 Minuten später kommt unser Held des Tages tatsächlich von hinten angefahren, nennen wir ihn Ranger Zorro. Es ist jetzt 19.20 Uhr. Aber er habe keinen Schlüssel für dieses Gate, wir müssen über den Eingang des Personals gehen. Er fahre langsam vor und wir sollen ihm einfach hinterher. Hm, das mit dem ‚langsam fahren‘ habe ich wohl falsch verstanden, mein einziges Ziel war, die Rücklichter nicht aus den Augen zu verlieren, egal wieviele Tiere oder Menschen darunter leiden müssen.

Ca. weitere 30 Minuten gefahren, keine Ahnung wohin und wo lang, aber am Schluss landeten wir direkt vor der Reception. Ein Begrüssungskomitee von verschieden Mitarbeiter stand schon bereit.

Und dann waren wir wie in einer anderen Welt, es wurde uns alles abgenommen, wir wurden direkt zum Restaurant begleitet und durften uns stärken. Das Essen war (ist) vorzüglich und gourmettechnisch angerichtet. Danach begleitete uns ein Security in unser Zimmer, ach, was sage ich, in unsere Wohnung. Einfach wow!

Jetzt wird geschlafen, morgen klingelt um 5 Uhr schon wieder der Wecker.

Ach ja, einen Frosch mussten wir auch noch vom Zimmer evakuieren, dem ist es wohl zu nass draussen.

Hier noch die Odyssee unsere Schatzsuche nach dem goldenen Tor, der blaue Punkt ist das Ziel:

Wir wollten alle Strassen ausprobieren…

2 Kommentare


  1. https://polldaddy.com/js/rating/rating.jsLieber Marco
    Dein Blog ist unterhaltsamer als NCIS…und das heisst was. Peter und ich amüsieren uns köstlich über eure Erlebnisse.
    Könntest du uns bitte (ich bin da sicher nicht die einzige die es interessiert) schildern wie sich Judith vor dem Tor im Auto wartend verhalten hat. Von 0-10, bzw. ruhig und gelassen (Jointverdächtig) oder doch eher hysterisch gereizt (was ich verstehen könnte)
    Weiterhin viel Spass, Andrea&Peter

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    • Hallo Andrea. Vielen Dank. Vielleicht werde ich auch noch besser als Bachelor oder Bauer sucht Frau 😉
      In einem Satz, Judith war auf 12 (ich bringe dich um Level) solange ich ihr Ranger war, als dann Zorro kam, hat sie sich gleich in ihn verliebt 😉
      Wenn Blicke töten könnten…. aber zum Glück war es ja stockfinster und ich sah Ihren Blick nicht. Weitere Details darf ich hier nicht veröffentlichen, da wäre sie gleich wieder auf Level 12 😉 Das erzähle ich euch beim nächsten Grillabend. Grüessli Marco

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