Südafrika Tag 2: Holzfäller wecken uns früh morgens


Die erste Nacht ist auch schon wieder vorbei. Sie war ruhig, kein Hippo, welches an die Tür geklopft hat störte unsere Nachtruhe. Dafür wurden wir heute von lauten Knackgeräuschen von draussen geweckt, so als ob jemand Äste für ein Feuer sucht oder eben Holzfäller, welche Bäume zerkleinern. Also Vorhang auf und die Sonne rein lassen (heute wurde es übrigens 41 Grad heiss), damit man anderen bei der Arbeit zuschauen kann. Zur Überraschung waren es nicht Holzfäller in grauen Overalls, sondern ein paar Elefanten. Die haben die Bäume einfach so mal schnell zu Kleinholz gemacht um sich daraus ein Frühstück zu zaubern.

Diese Dickhäuter haben wirklich eine enorme Kraft!

Die Elefanten beim Brunchen

Nach dem Zmorge hiess es auch schon wieder Abschied nehmen von nicht existierenden Flusspferden (zwei Krokos haben wir gestern Abend während dem Essen noch im Fluss treiben sehen), das nächste Ziel ist das Makalali Game Resort. Die erste Chance, den Big 5 zu begegnen.

Auf dem Weg dorthin sind wir noch bei Gods Window (Danke für den Tipp, Martin) vorbeigekommen. Einem Aussichtspunkt mit atemberaubender Aussicht, sofern Gott sein Fenster wieder mal putzen würde. Leider war es sehr ‚milchig‘. Das liegt gemäss Erklärung eines Südafrikaners aber nicht am falschen Fensterputzmittel, sondern an den vielen kontrollierten Feuern der Grundbesitzer. Auch der Weg dorthin war eigentlich nur von schwarzen Bäumen und Sträuchern gesäumt, alles verkohlt.

Gottes Blick aus dem Milchglasfenster

Naja, auch Gott ist nicht perfekt, der Ausflug war trotzdem schön.

Weiter gings nach Berlin, beziehungsweise zu den Berlin Falls. Böse Zungen behaupten, dies sei einfach ein Wasserfall welchen es in den Schweizer Bergen zu Hunderten gibt. Nette Zungen sehen darin aber Berlin, welches den Bach runter geht. Mehr war es auch nicht. Egal, das Leben geht weiter.

Berlin fällt

Schnell abgehakt auf der Holiday to-do Aufgabenliste und weiter Richtung Makalali Game Resort. Gemäss Navi zirka 100Km oder 2 Stunden. Also los, keine Zeit verlieren, um 16 Uhr beginnt die erste Safari. Den Eingang zum Resort haben wir nach Eineinhalbstunden gefunden, voll im Zeitplan also. Aber dann ging es weiter auf einer mit Schlaglöchern übersäten Schotterpiste, maximale Geschwindikeit war 30 km/h (nicht erlaubt, sondern möglich). Also wenn uns da irgendein Viech angegriffen hätte, sei es auch nur ein Mistkäfer, wir hätten keine Chance zum entkommen gehabt. Meine Copilotin hat sich in dieser Stunde vieles zusammengereimt umd ausgemalt was passiern könnte, wenn dies und das passiert. Dies trieb ihr einige Schweissausbruche auf die Stirn.

Apropos Copilotin, sie hat während dem Fahren eigentlich nur zwei Jobs, erstens mich darauf hinzuweisen, wenn ich wieder mal zu links fahre und der Rückspiegel die am Strassenrand fressenden Tiere touchiert und zweitens die Warnblinker nach einem Überholmanöver zu betätigen. Die Südafrikaner kennen zwar auch Geschwindigkeitsschilder, können aber wahrscheinlich die Zahl darauf nicht lesen oder deuten. Entweder fahren sie zu schnell oder dann im Schneckentempo. Sie sind aber ein sehr freudliches Autofahrervolk. Jedes Mal, wenn du jemanden überholst und der zu Überholende dir soweit es geht Platz macht, musst du dich nach dem Überholmanöver dafür mittels kurzem Blinken dafür bedanken. Er blinkt dann wieder zurück und alle sind happy. Und es sind viele, welche ich überholen muss.

Nach einer Stunde Fahrt auf der Schotterpiste im Resort angekommen, gibt uns unser Ranger den taffen Zeitplan durch. Also in einer halben Stunde beginnt die Safari, dann gibt es Nachtessen, dann Bettruhe, um 5 Uhr wieder aufstehen, nächste Safari, dann 9 Uhr Zmorge, um 12 Uhr Mittagessen, Nickerchen und um vier Uhr geht es auf die Nachmittagssafari.

Na dann haben wir ja jetzt doch noch knappe 13 Minuten bis zum Safaristart.

Die Jeeps stehen schon bereit, jeder Jeep hat Platz für 9 Touristen mit bester Aussicht, ohne störendes Dach. Der Pilot (er heisst wirklich Pilot mit Vornamen) sucht den Boden nach Fährten ab und gibt dem Driver die Richtung an. Und schon bald gibt es auch schon erste Erfolge, eine Giraffe holt sich die grünsten Blätter aus der Baumkrone.

Was guckst du so?

Von den Big 5 sind immer noch vier übrig, Die Giraffe gehört ja nicht dazu und die Elefanten haben heute Morgen gesehen. Und dann können wir wieder heimfliegen 🙂 Weiter gehts, wir sehen noch Zebras, Springböcke oder auch Eulen (ja, Eulen!)

Und dann das Highlight, drei junge männliche Löwen beim kuscheln. Jööööhhh, will haben.

Es dunkelt schon ein, wir treten nach einem Getränke Zwischenstopp die Heimreise an, als wir in der totalen Finsternis das Hotel wieder erreichen.

Dark-Safari

Und der Stress geht weiter, genau wieder nur 21 Minuten Zeit zum duschen und frisch machen, bevor das Barbecue beginnt. Ein Ranger begleitet uns von dem Hauptgebäude zu unserer Zimmertür und holt ins auch wieder ab. Im Dunkeln ist es untersagt, auch nur einen Schritt ohne den Ranger ausserhalb des Hauptgebäudes zu machen, dies sei viel zu gefährlich. Das Blöde oder Gute daran ist, dass sich unser Haus mit dem Zimmer gleich neben dem Hauptgebäude befindet, der Weg dorthin ist max. 10 Meter. Aber der Ranger besteht darauf und wir watscheln im die 5 Sekunden hinterher. Tja, auch in 5 Sekunden kann viel passieren. Wenn du dein Zimmer verlassen willst, dann musst du auch wieder einen Ranger bestellen. Aber wir waren gaaaaanz böse und sind alleine zum Restaurant gelaufen. Der Hunger war einfach zu gross und wir wollten nicht nochmals ein paar Minuten mit warten vergeuden.

Jetzt geht es in die Heia, morgen ist um 5 Tagwacht. Die restlichen drei von den Big 5 müssen auch noch abgehakt werden.

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