Der letzte Tag. Und noch soooo viel auf der Todo Liste. Wir haben uns ganz klar zuviel vorgenommen und müssen priorisieren. In dieser Stadt sind die Hotspots über das ganze riesige Staddtgebiet verteilt. Mit den ÖV’s erreicht man zwar jeden Winkel, aber braucht doch immer mindestens eine halbe Stunde, vielfach mehr, auch wenn die Distanz per Luftlinie nur 4 km ist. Auch deshalb, weil viele Bahnhöfe mehrstöckig sind (und damit meine ich nicht 2 oder 3, sondern bis zu 7 unterschiedliche Ebenen) und ein verlaufen für Unkundige hier einfach ist. Wir sind heute extra den Weg in der Shinjuku Station vom Eingang bis zum Gleis des Flughafenexpresszug abgelaufen, damit wir morgen keine Zeit verlieren. Wir brauchten eine volle Stunde für das und mussten sogar noch den Infostand um Hilfe bitten. Morgen sollten wir somit nur noch 6 Minuten brauchen, länger ist der Weg nicht, wenn man weiss wohin…Ausserhalb der Gebäude ist die ‚Verlaufsrate‘ fast null, danke an dieser Stelle an Google Maps.
Judith ist mit ihrem Freund unterwegs
Nach dem Zmorge sind wir als erstes zum Nationalstadion, welches im nächsten Jahr auch das Olympiastadion ist. Leider ist noch vieles abgesperrt und eine Baustelle. Ich habe mich im Akkreditierungsbüro neben an schon mal angemeldet für das nächste Jahr, weiss nur noch nicht welche Disziplin. Vielleicht Bahnhofsmarathon?
Oder doch Disziplin Ringehalten?
Nationales Olypiastadion
Vom Olympiastadion sind wir weiter gelaufen zur nächsten Disziplin, dem 3D Kaffeetrinken. Das Cafe Reissue bei der Station Harajuku ist bekannt für seine 3D Milchschaumkunstwerke. Wir haben uns für Katz und Hund entschieden.
Wauwau und Miau
Ich hatte noch nie solange an einer Tasse geschlürft, mit jedem Schluck zerstört man ein Stück Kunstwerk. Aber sie wollten mir die Tasse einfach nicht einpacken, sodass ich das Gesamtwerk nach Hause hätte nehmen können.Schon wieder was von der Checkliste abgehakt, nächster Punkt war der Besuch der Piss Alley. Ich gehe jetzt nicht auf die Herkunft des Namens ein… aber soviel schon mal vorweg, es war eher eine Rauch Gasse.Auf dem Weg dorthin sind wir noch durch die Takeshita Street gelaufen.
Wir haben die Strasse ganz alleine für uns…
Ich frage ich mich, wie sich ein Farbenblinder in dieser Stadt zurecht finden würde. Die Hinweischilder, die Preisschilder, ja sogar die Ticketautomaten gibt es in vielen Farben. Und alles möglichst immer in knalligen Farben, man bekommt einen richtigen Farbenschock ;-)In dieser Strasse hat es vor allem sehr viele Food Geschäfte und auch Kleiderläden. Aber es sieht immer so aus, als sei man in einer Märchenwelt oder im Kinderparadies. Jede Werbung hat irgendwelche Manga Figuren drauf und rosa ist anscheinend DIE Trendfarbe.
Pokemon und Co. werben für Kleider
Auch habe ich noch nirgends irgendein Glace gesehen, welches einfach eine weisse und braune Kugel hat, vielleicht noch mit ein bisschen Schlagrahm obendrauf. Nein, jede Kugel hat irgendein Gesicht mit Schokoohren etc drauf. Einfach möglichst bunt und in Farbe. Wie z.B. diese Crepes:
Plastikcrepes
Angepriesen wird immer alles mit Plasikmodellen, in Wirklichkeit sieht es dann aber vielfach ein bisschen weniger kreativ aus.Hier habe ich Slimies entdeckt, auch wieder in x-Ausführungen und allerlei Kitsch wie Perlen, Glitzer oder Reiskörner drin. Fur was das gebraucht wird, bleibt mir ein Geheimnis…
Nehme ich heute Glitzerslime oder doch lieber mit ein bisschen Perlen drin?
Und dieses Bild entstand nicht auf einer Chilbi:

Ach ja, auch wir haben noch was gekauft. kalte Pommes Frites in verschiedenen Farben als Apero Snack. Den nehmen wir mit nach Hause.Zurück zur Piss Alley, welche eigentlich Omoide Yokocha heisst und ein Labyrinth aus engsten schmalen Gassen und kleinen „Ess-Bars“ ist. Die Lokale haben nur immer ein paar Plätze und man schaut dem Koch zu beim zubereiten der Gerichte. Und von überall kommt ein Rauchgeschmack, es riecht wie bei einem Grillfest.



Ein eigenes Dorf in der Stadt
Wir wollten heute aber unbedingt mal noch Sushi essen, auch ein Punkt auf der Todo Liste. Dafür sind wir ein paar Strassen weiter zum Beste-ever-Sushi Lokal, so waren zumindest unser Informationen aus einschlägigen Internetseiten. Diesem hier:
Ja genau, so heisst es…
Und es hat wirklich super geschmeckt, frisch zubereitet vom Chefkoch höchstpersönlich. Die verschiedene Fischarten vergingen einem auf der Zunge, eine ganz andere Qualität als hier.

Einfach lecker
In der Zwischenzeit dunkelte es langsam ein, wir sind dann noch ein bisschen im Shopping Viertel vom Shinjuku umhergeschlendert. Hier ein paar Bilder ohne Worte:



In diesem speziellen Open Air Kino hat es für die heutige Aufführung noch ein paar Plätze frei. Verstehe ich, ist auch so ein Independend Film mit viel Werbung.
Open Air Kino mit dem Film „Das Schaufenster“
Kommen wir zum letzten Punkt unsere Todo Liste, ein Tonkatsu Gericht essen. Dies ist ein Nationalgericht hier, wenn nicht DAS Nationalgericht. Es kommt uns irgendwie bekannt vor, wir sagen dem einfach Wiener Schnitzel, abgekürzt ‚SchniPoSa‘. Hier ist es aber ‚SchniReWe‘, Schnitzel mit Reis und Weisskohl.
Schnirewe mit selbsgemachter Sauce
Die Sauce muss man zuerst selber machen, man bekommt ein Schälchen mit Sesamsamen und einen Mörser aus Holz. Zuerst alles gut zerkleinern und dann irgendeine Flüssigkeit dazugeben, fragt mich nicht, was es genau war. Es hat aber sehr gemundet.Nach einer kurzen Nacht sitzen wir jetzt gerade im Narita Express zum Flughafen, leider geht es schon wieder nach Hause. Tokyo war extrem ’stressig‘, aber dies aus eigenem Verschulden, wir hatten uns einfach zuviel vorgenommen. Trotzdem, für mich jederzeit wieder eine Reise wert.
Bis zur nächsten Reise!
