Tokyo Tag 4 (20.11.19): Digital Day


Heute dürfen wir mal wieder bis 8 Uhr ausschlafen, da wir heute wieder in Tokyo bleiben. Und das heisst auch, dass wir wieder ein Frühstück mit einer grandiosen Aussicht geniessen können. Und wie man sieht, auch mit strahlendem Sonnenschein und 15 Grad.

img_20191120_091000-1Frühstück mit Aussicht

Leider kann man erst ab 06.30 Uhr das Buffet stürmen, deshalb mussten wir gestern hungrig in den Zug nach Kyoto einsteigen. Das mit den Öffnungszeiten ist hier sowieso so eine Sache. Auch der öffentliche Nahverkehr ruht jede Nacht ab Mitternacht bis 5 Uhr. Verständlich, es wohnen ja auch nur ein paar Tausend Leute in dieser Stadt, in einer Mehrfach-Millionenstadt wäre dies sicher kein Thema… Ab 24 Uhr gibt es nur noch Taxis mit Schweizer Preisen.

Auch gibt es, sagen wir mal, für uns ein paar komische Sitten. So ist zum Beispiel das schneuzen der Nase in der Öffentlichkeit verpönt und wird auch strikte eingehalten. Die Alternative ist, gerade in dieser Jahreszeit, dass jede/r seinen Schnuder hochzieht. In der U-Bahn hört sich das zum Teil wie ein Konzert mit Dolby Sound an. Mal eine/r direkt an deinem Ohr von der Seite, dann wiedermal von weit weg oder von schräg unten. Dies ist übrigens die häufigste Version, da die meisten Japaner kleiner als ich sind 🙂

Weiterhin darf man in der Öfentlichkeit nicht im Stehen essen, sondern muss sich irgendwo hinsetzen. Ich habe mir heute an einem Essstand ein paar loakle Spezialitäten gekauft. Und bevor ich zahlen konnte hält mir die Verkäuferin ein Blatt Papier vor die Nase, auf welchem in etwa 10 Sprachen nochmals steht, dass dies nicht „erlaubt“ ist. Also bitte die „Leckerlis“ sofort vor dem Stand verputzen (was erlaubt ist) oder aber eben zuerst eine Sitzgelegenheit suchen. Tja, andere Länder, andere Sitten…

Unsere heutige Entdeckungstour beginnt so wie sie gestern geendet hat: kulturell.
Wir haben als erstes die Tempelanlage Sensoji angechaut (und wer jetzt den Beitrag von gestern aufmerksam gelesen hat, weiss auch, zu welcher Religion dieser Tempel gehört). Es ist Tokios ältester und bedeutendster Tempel und wurde um 645 erbaut.

img_20191120_122938Tempelanlage Sensoj

Geishas und Nicht-Geishas vor der Pagodie

Noch ein kleiner Exkurs betreffend Geishas. Man findet zwar viele um die Religionsstätten herum, haben aber keine besondere Rolle in ihrer Religion. Geishas sind Unterhaltungskünstlerinnen (und immer mehr auch KünstlER), welche traditionelle japanischen Künste darbieten. Was auch immer traditionell japanisch ist… Heute würde man dazu einfach Entertainer sagen. Also überhaupt nix religiöses. Geisha ist ein Beruf und kann auch heute noch offiziel erlernt werden, die Ausbildung dauert 5 Jahre.
Hä, wieder was gelernt heute oder? 🙂

Die Tempelanlage beginnt beim Kaminarimon Tor welches in der Mitte einen riesigen Lampion beherbergt. Der Lampion ist das Wahrzeichen von Tokio.
Ich kenne vor allem Lampions mit einem Schweizerkreuz drauf, welche beim Nationalfeiertag zum Einsatz kommen. Dieser Lampion hat zwar auch ein Kreuz, welches aber bei uns eine völlig andere Bedeutung hat.

Kreuzfalsches Verständnis für dieses Kreuz (Das rechte Foto ist von einem anderen Lampion in dieser Tempelanlage).

Diese Kreuz heisst Svastika und ist seit vielen Jahrhunderten der Glücksbringer für mehrere Religionen, darunter auch die buddhistische. ER war sogar zu blöd um ein eigenes Logo zu kreieren!

So, fertig jetzt mit traurigen Sachen. Zwischen dem Eingangstor und dem Tempel hat es eine Souvenierstrasse und Getränkeautomaten en Masse. Ich war heute in Spendierlaune und leistete mir ein Getränk. Die Auswahl war riiiiiiiiiiesig, es gab Tee oder Tee. Grüner, weisser, gelber, alle Farben, hauptsache Tee.

img_20191120_125546Teeplantage

Na gut, heute wollte ich unbedingt was gesundes trinken, also entschied ich mich für … (bitte das Wort einsetzen, Eine kleine Hilfestellung: Das Wort hat drei Buchstaben und beginnt mit T, hört mit E auf).

Also U-Bahn Pass aus dem Portemonaie genommen, (ja, mit der U-Bahnkarte kann man nicht nur U-Bahn fahren), Getränk gewählt und Getränk in die Hand genommen. Und für einen kurzen Augenblick gedacht, dass meine Hände aber plötzlich sehr schwitzig sind. Der Tee war heiss. Und ich meine wirklich +heiss+, nicht lauwarm. Der Automat spuckt also wirklich heissen Tee raus. Tee in deser Konstellation trinke ich eigentlich nur wenn ich krank bin.

Nachdem ich mich vom Teeschock erholt habe, sind wir mit der U-Bahn zu unserem zweiten Ziel von heute gefahren, ins Akihabara Viertel. Dies ist berühmt für seine Anime und Manga Szene, sowie für die vielen Elektronikläden. Also MEIN Viertel. Nein, nicht wegen den Mangas 🙂 Die gibt es aber auch, sogar in Fleisch und Blut.

Lebende Comicfigur

Elektronikläden Tür an Tür

Da gibt es wirklich alles zu kaufen, von alten, bez. uralten Spielkonsolen, den ersten Seiko Uhren mit Digitalanzeige oder auch Pokemon Bilder, welche mindesten 20 Jahre alt sind.

Und eben die Manga und Anime Szene, mit mehrstöckigen Shops, welche nur Comichefte verkaufen und ein riesiges Zubehör für das Zeichnen. Aber Achtung, zum eigenen Schutz sollte man sich unbedingt vor dem Betreten eines Shops die Sonnenbrille anziehen, ansonsten wird man erdrückt von der Farbenvielfalt.

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img_20191120_135938Farblose Shops in Akihabara

Auch gibt es viele „Spielhöllen“ in diesm Viertel, aber nicht Roulette oder so, sondern Baller- und Actionsspiele nach jedem Gusto. Und auch was für mich als Harcore Gamer. Sogenannte Greifarm-Maschinen, welche man bei uns vor allem an der Chilbi findet und bei denen man vermeintlich wertvolle Preise via Greifarm angeln kann.

img_20191120_140842-1Greifarm Maschine 2.0

Hier sind es aber nicht Plüschtiere, sondern fertig eingepackte Games für Speilkonsolen oder andere schwere Sachen wie ein zusammengefaltetes Badetuch mit Pokemon Bildern drauf.
Genau DAS wollte wir haben. Also wieder die U-Bahn Karte gezückt (ja, mit der U-Bahnkarte kann man nicht nur U-Bahn fahren) und Glück versucht. Aber dieser sch… Greifarm ist schier aus Gummi, der kann höchstens ein Gewicht von 10 Gramm greifen. BETRUUUUUG! Aber erklär dies mal dem japanischen Mitarbeiter, welcher wirklich nur japanisch spricht 🙂

Wir sind also total frustriert von dannen gezogen und weiter ins Digital Museum beim Hafen gefahren. Natürlich musste ich jetzt zuerst meine U-Bahn Karte wieder nachladen, sch… Pokemon Badetuch.

Das Digital Art Museum ist das neuste Museum in Tokyo und zeigt Lichteranimationen und Projektionen in verschiedenen Themewelten. Die Kristall-Welt ist einer der Highlights des Digital Art Museums. Es hängen tausende LEDs von den Wänden, die wiederum von dem Spiegelboden reflektiert werden. Via App kannst du die Lichter steuern. Das Problem ist einfach, dass es so viele Besucher hat, dass deine persönliche Lichtshow erst in etwa 3 Jahren präsentiert wird. Hier ein paar Eindrücke:

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img_20191120_172255Weihnachtsbeleuchtung das ganze Jahr über

Aus wir rauskamen war es auch schon wieder dunkel (oder wir noch von den vielen Lichtern vom Museum geblendet), es war mal wieder Zeit, was Essen zu gehen. Wir blieben im Hafenquartier, wir wollten noch die berühmte (ok, ich kannte sie auch nicht, bevor ich mich mit Tokyo befasste) Rainbow-Bridge mit der Tokyo Skyline fötelen.

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Ich nehme an, die Freiheitstatue in Minatur haben sie dort hingestellt, wegen der Rainbow Brücke. Diese sieht nämlich der Golden Gate Bridge in San Franciso sehr ähnlich und dies ist auch gewollt so. Vieleicht sollte man aber den Stadtplanern mal sagen, dass die Golden Gate Bridge etwa 4000 Kilometer entfernt von der alten Dame aus Frankreich steht. Janu, schön sieht es trotzdem aus.

Gegessen haben wir Shabu Shabu, also eigentlich Fondue Chinoise auf chinesisch. Wir haben „all you can eat“ genommen, mit einer Einschränkung: es gilt nur für 100 Minuten. Danach darfst du keinen Nachschub mehr holen. Wir habens trotzdem versucht und das Dessert nach 103 Minuten geholt. Sofort kam der Kellner mit seinem elektronischen Bestellblock und hat uns erklärt, dass der Countdown abgelaufen sei. Immer diese Touristen, welche sich nicht daran halten, tsts…

img_20191120_194644Fake Chinoise

Bis morgen.

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