Es wird endlich Sommer! Heute war strahlend schönes Wetter, fast kein Wind und 25 Grad. Die Erklimmung des Tafelbergs war das Hauptziel, alles andere Beilage.
Wir sind heute extra 47 Sekunden früher aufgestanden, damit wir noch vor dem Zmorge ein Selfie an der Magic Wall im Hotel machen können.

Glaube, sowas installiere ich mir auch zuhause 🙂
Wir stehen kurz vor Neun schon fertig geputzt an der Bushaltestelle für den Hop on/off Bus, der Berg ruft! Wir hoffen, dass es so ‚früh‘ noch nicht soviele Leute hat, welche auch auf dem Tisch stehen möchten. Ich meine damit natürlich den ‚Table Mountain‘ erklimmen, egal wie. Sofern wir überhaupt die Talstation erreichen, könnte ja sein, dass der Bus wieder streikt.

War aber nicht so, wir erreichten die Talstation der Swiss made Luftseilbahn ohne Zwischenfälle. Aber, oh Schreck, es hatte doppelt soviele Leute wie gestern, welche anstanden, vor allem auch viele Schulklassen und Einheimische.

Gemäss Auskunft muss man mit mindestens zwei Stunden anstehen rechnen. Mein Gott, ich will doch kein neues iPhone kaufen, sondern nur in die Berge. Wobei ich für ein iSchrott auch nie zwei Stunden anstehen würde. Die Alternative wäre, dass wir den Berg raufkraxeln. Gemäss Internet gibt es x Wegvarianten, wir entscheiden uns für die kürzeste, für diese braucht man nur ca. eine Stunde. Also los, den Einstieg suchen und rauf. Google Maps angeschmissen, Weg eingegeben und frustriert sein. Der Einstieg für den Wanderweg ist ca. 3km von uns entfernt, gesamte Dauer nun über 2 Stunden. Immer diese Fake News!
Wir entscheiden uns wieder um, wir verschieben die Bergerklimmung auf später und machen stattdesssen eine Rundfahrt mit der Busroute ‚blau‘, mit welcher wir uns das Hügeli mal von hinten anschauen können. Diese Route fährt nämlich in einem weiten Bogen um den Berg und dann die Küste wieder hinauf nach Kapstadt.
Die Route führt zuerst durch dichte Wälder und illegale Städte, bzw Townships. Imizamo Yeth hat über dreissigtausend Einwohner, eigentlich an bester Hanglage. Nur war leider dieses Township nie vorgesehen, im Gegensatz zu anderen. Daher fehlt auch die Infrastruktur, es gibt nur wenige Toiletten für die ganze Bevölkerung und der Fluss Disa, welcher durch die Siedlung führt, hat die höchste Anzahl an Kolibakterien von ganz Afrika. Traurig!

An der Küste in Hout Bay machen wir Halt für einen Lunch, es ist schon wieder halb zwei. Hout Bay ist ein Fischerdorf, aber mit einem schönem Strand, welcher von den Einheimischen auch gut besucht wird.


Zurück in Kapstadt wechseln wir wieder von blau auf rot, die rore Linie führt uns wieder zum Tafelberg. Wir kennen nun schon jede Kurve hinauf auswendig, es ist unser dritter Versuch, Kapstadt mal von der Spitze des Tafelbergs aus zu sehen.
Es sind immer noch eine Menge Leute am anstehen, wir kommen jetzt in die Sonnenuntergangs rush hour. Anstehzeit ca. eine Stunde, das ist ja eigentlich nix, somit könnem wir gerade richtig zum Sonnenuntergang oben sein.
Gesagt, gewartet, getan, genau eine Stunde später sind wir in der Gondel auf dem Weg nach oben. Das Ausharren hat sich gelohnt! Von hier oben hat man einen fantastischen Blick auf die Bucht von Kapstadt, inklusive einen Traum-Sonnenuntergang. Hier ein paar Bilder ohne weitere Worte:








Ein Murmeli (oder was das auch ist) geniesst die letzten Sonnenstrahlen und chillt. Der Ar…sch davon hängt hunderte Meter in die Tiefe:

Es hat sich wirklich gelohnt, dass wir drei Versuche unternommen haben, auch wenn wir jetzt für die Fahrt nach unten wieder eine Stunde anstehen müssen. Und hinter uns ein japanisches Paar, welches anscheinend die Kolonne mit einem Swinger Club verwechselt. Zumindest suchen beide den engen Körperkontakt zu uns und stehen uns dauernd auf den Füssen. Naja, wenigstens haben sie keinen Mundgeruch.
Unten angekommen ist es schon nach sieben Uhr, da fährt kein Bus mehr. Also zum ersten Mal in diesen Ferien in ein Taxi. Das Auto hat auch schon bessere Zeiten gesehen, so wie der Bus gestern.
Auf dem Armaturenbrett leuchten so ziemlich alle Warnlichter vor sich hin.

Und es wären noch mehr gewesen, aber die Lämpchen von den anderen Hinweisen sind anscheinend schon defekt.
Trotzdem ohne Schrammen im Hotel angekommen, gehts gleich weiter zum Essen, heute haben wir in einem Fischrestaurant reserviert. Wir nehmen trotzdem keinen 🙂 Dafür ein 300 grämmiges Chauteaubriand für umgerechnet 15 Stutz!)
Danach heisst es Abschied nehmen von der Nacht-Version von Kapstadt, der letzte Tag kommt morgen unwiderruflich. Also noch ein paar Bilder knipsen:



Ah ja, Weihnachten steht auch schon wieder vor der Tür:

Zuguterletzt noch ein Bild in Bild Foto mit Aussicht auf den Tafelberg:

Morgen Abend gehts nach Hause, wir können also nochmals einen sonnigen Tag in Cape Town geniessen…. und ich hoffe wirklich auf GENIESSEN.
Bis morgen!
P.S. Für die Statistiker und Stalker unter uns, unser Bewegungsprofil von heute. Fünf Stunden davon im Bus 😉
