Leider drittletzter Tag oder positiv gesagt immer noch drei Tage. Kapstadt hat uns heute ohne Wolken begrüsst, aber immer noch mit einem zügigen Wind um die 40 km/h. Der hat uns den ganzen Tag bei unserer Planung beinflusst.

Wie schon gestern gesagt, wir sind in einem Hotel welches die ‚Millennials‘ oder die ‚Digital Natives‘ als Zielgruppe hat. Dies ist nicht meine Defintion, sondern die offizielle vom Hotel. Eingecheckt wird nicht an der Reception, sondern irgendwo im Hotelempfangsbereich. Es empfängt dich jemand der gerade verfügbar ist und registriert deine Daten. Nebendran wird Tischtennis gespielt oder töggelet, ein anderer bringt dir gleich ein Mineralwasser etc. Die ‚Uniform‘ besteht aus einem schwarzen T-Shirt und Jeans und überall farbige Lichter und Musik.


Auch das ‚Zmorgebuffet‘ ähnelt mehr an ein Migros Restaurant, als an ein Vierternhotel (was es offiziell ist). Aber, wie schon gestern erwähnt, alles da, was man braucht. Und die besten Croissant der ganzen Reise.

Die Selfiewand links haben wir natürlich auch ausprobiert…. und plötzlich waren over aged Millennials auf der Wand zu sehen:


Der Zimmerschlüssel besteht aus einer App auf dem Handy und auschecken macht man auch mit dieser. Der TV im Zimmer (bzw. unsere 3 TV’s) haben eine Applebox und es hat überall USB Steckdosen. Ok, etwas ist old-fashioned, beim Einchecken wollten sie eine Kreditkarte und keine Bitcoins.
Die Angestellten sind super freundlich und aufgestellt, heute z.B. hat eine Tisch-Abräumerin, welche gleichzeitig auch Rezeptionistin oder Concierge ist, zur lauten Musik mitgetanzt.
Mir gefällt dieses Konzept, ich fühle mich wohl!

Trotzdem gehen wir nach dem Zmorge aus dem Hotel, heute steht der Hop on/off Bus auf dem Programm, inklusive Tafelbergspitze und eine Hafenrundfahrt am Abend.
Also ab in den Bus und rauf zum Berg, bzw. Talstation der Seilbahn. Der Bus hat seine liebe Mühe dort raufzukommen, schafft es aber irgendwie doch. Ich ahne schon schlimmes, denn die Schlange der parkierten Autos am Strassenrand ist so lange, dass das letzte Auto schon fast wieder unten in der Stadt ist.
So ist es dann auch, nach der langen Autoschlange kommt eine lange Menschenschlange (die ist wenigstens ungiftig, aber nervt).

Die kann man aber mit einem eTicket grösstenteils umgehen, also schnell per Handy die Tickets kaufen. Gesagt, getan, aber als wir uns dann freudig bei der kleinen Schlange für die Bergfahrt mit schon vorhandenen Tickets anstellen wollten, hiess es, dass die Bahn heute nicht mehr fahre. Zuviel Wind! Also bitte, wegen diesem Pipifax Wind wird die Bahn abgestellt? Da würde ja bei uns im Winter die Hälfte aller Bergbahnen nie fahren…
Aber bitte, andere Bergbahnen, andere Sitten, wir wollen wieder mit dem Bus runter in die Stadt. Komischerweise waren wir nicht die einzigen…
Bis der nächste Bus kommt, noch schnell ein paar Schappschüsse machen:


Der Bus kommt, wir ergattern uns einen Platz, der Bus fährt ab.
Bis zur zweiten Bodenwelle, dann macht es laut krrrrrrrritsch. So muss es sich anno domini angehört haben, als die Titanic den Eisberg gerammt hat. Egal, weiterfahren und so tun ala ob nichts passiert wäre. Schliesslich geht es ja nur steil bergab mit Haarnadelkurven. Wer braucht da schon funktionstüchtige Bremsen oder Radachsen.
59 Meter weiter, wieder dasselbe Geräusch. Der Bus rumpelt ein bisschen und ich hoffe, dass die Leitplanken halten. Das muss sich wohl der Chauffer auch gedacht haben, er fährt an den Strassenrand. Vom Fenster aus sehe ich, wie er auf der Seite unter den Bus schaut. Und dann hervorkriecht und mit den Armen gestikulierend alle Passagiere zum Aussteigen auffordert. Tja, somit haben wir einen unbeabsichtigten Hop off gemacht und warten nun auf den nächsten Bus für einen unbeabsichtigten Hop on.
Der ‚Ersatzbus‘ ist natürlich schon ziemlich gut gefüllt, wir erkämpfen uns doch noch einen Platz, aber nicht nebeneinander, sondern übereinander. Und Judith ist oben. Ich unten, eingeklemmt zwischen drei Big Fat Mamas. Ich habe mich schon lange nicht mehr so schlank gefühlt.

Vor allem die Dame links schaut mich immer so streng an, so als sie mich gleich fressen möchte. Und was ist in solchen Fällen der natürlich Instinkt bei Tieren? Genau, sich tot stellen! Das mache ich jetzt auch und atme flach und nur einmal pro Minute. Ich könnte mich aber auch nicht bewegen, wenn ich wollte… wie gesagt; eingeklemmt!
Mit letzter Kraft schreibe ich Ju eine Whatsapp: Nächste Station aussteigen, egal wo wir dann sind.
Wir landen in Camps Bay, einem Vorstadtsquartier direkt am Meer. Hier reihen sich die Villen und teuren Hotels wie Sand am Meer. Davon hats auch genug, der Strand ist riesig.

Wir laufen nun von dort durch den Green Point Park Richtung Heimat, also Waterfront. Vorbei am Fussballstadion der WM 2010.

Hier hat der Ajax Cape Town Fussballclub seine Heimspiele, im Schnitt vor 1000 Zuschauer. Es hat also noch Saisonkarten. Wenn jemand interesse hat, bitte melden, ich würde sie dann gleich abholen.
Nach einem mehrkilometrigen Fussmarsch sind wir wieder im Touri-Ghetto angekommen. Hier geniessen wir bei einem Tisch direkt am Meer die Sonne und Thon Sushi bis es Spätnachmittag wird und wir zu unserem letzten ‚Termin“ für heute aufbrechen. Ok, zwischendurch waren wir noch ein bisschen shoppen. Das heisst, Judith, mich hat sie in der Spielgruppe abgegeben:

Wir wollen mit dem Boot eine Hafenrundfahrt bei Sonnenuntergang machen. Der Fahrplan sieht so aus, dass die Rundfahrt um 18 Uhr startet. Um halb sechs am Pier angekommen – wir haben mit einem Grossandrang gerechnet bei diesem strahlenden Wetter – sind wir die einzigen bis auf zwei junge Japsi Frauen, welche gerade eine Instagram Fotosession machen. Das animiert uns natürlich, schliesslich sind wir auch up to date:


Es ist inzwischen kurz vor sechs, die Japsis haben uns verlassen, wir sind die ersten, welche ins Boot einsteigen können… Und die einzigsten, da die Fahrt wegen schlechtem Wetter und hohen Wellen abgesagt wurde. Also bitte, wegen diesen Pipifax Wellen und dem bisschen Wind? Da hats ja in meiner Badewanne zuhause mehr Wellen!
Tja, von 3 Tageszielen eines erfüllt, das gibt morgen ein stressiger Tag. Es soll auch weniger Wind haben, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ach ja, das Abendessen war gut und unterhaltsam. Wir sassen gerade neben vier jungen Frauen from Switzerland, welche über ihr Sexleben und Feminismus diskutiert haben.
Und damit, guet Nacht 😉
Schade ist Morgen euer letzter Tag in SA. Ich werde euren Blog vermissen😘
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