Südafrika Tag 14: Den Hotelgarten müssen wir selber giessen


Die Nacht war nach der Wurminvasion ruhig. Zumindest habe ich nichts mehr bemerkt. Heute morgen wurden wir von Gänsen geweckt. Aber entweder waren die genmanipuliert oder mutierte Strausse. Das waren Riesendinger!

Wir verlassen nun unsere Räucherstube und fahren zu unserem letzten Ziel, Kapstadt. Dort bleiben wir bis Freitag, dann geht leider wieder nach Hause.

Zuerst aber ausgiebig zmörgele in einem Cafe in der Stadt. Wir sitzen also gemütlich in unseren Stühlen und schlürfen einen Cafe beziehungsweise Gurkensaft. Genau, Gurkensaft! Meine Haut ist schon viel straffer! Plötzlich kommt ein Mann in unserem Alter auf uns zu, schaut auf sein Handy und sagt zu Judith: ‚Annemarie‘? Und nochmals ‚Annemarie‘? Dann kommt ein ‚Sorry‘ und geht an den Tisch hinter uns, an welchem scheuch eine Frau winkt.

Das doppelte Annemariechen, im Hintergrund die Echte

Ja sägemal, wenn ich ein Blind Date hätte, dann würde ich kaum nach einer Annemarie ausschau halten, bei welcher schon ein Mann sitzt. Ok, ich weiss ja nicht, auf welcher Webseite er war…

Das Gurkensaftglas ist leer und somit verabschieden wir uns von Franschhoek und fahren Richtung Kap der Guten Hoffnung. Je näher wir der Grossregion von Kapstadt nähern, je mehr Autos und Menschen hat es. Komisch, ist aber so 😉 Auch sehen wir zum ersten Mal ein Township.

Township bei Muizenberg

Die Townships sind ja noch ein Übrigbleibsel der Apartheitspolitik, allerdings war das damalige Ziel die Rassentrennung, heute ist es vor allem einfach das Wohngebiet der armen Bevölkerung.

Die Ortschaften der Ostküste der Kap Halbinsel sind vor allem bei Surfern sehr beliebt. Das merkt man auch auf der Strasse. Ich habe noch nie soviele barfüssige Zottellbären auf der Strasse gesehen, wie in dieser Region. Wobei, ‚bärig‘ sehen die Surfer eigentlich nicht aus, eher wie drahtige Antilopen. Auch gibt es neue Verkehrsschilder wie z.B. ‚Achtung, Surfer überqueren die Strasse‘ oder ‚Pinguine am Strassenrand‘ Pinguine am Strassenrand haben wir nicht gesehen, dafür diese Autostopper:

Familienausflug
Wen nimmt uns mit?

Das ‚Kap der Guten Hoffnung‘ ist eher ein ‚Kap der vielen Leute‘

Blick vom Leuchtturm des Kaps auf Autos und eine Menschenschlange

Ich nehme mal schwer an, dass der portugiesisches Seehfahrer Diaz (welcher das Kap ‚entdeckt‘ hat) im 15. Jahrhundert nicht soooo viele Autos und Leute gesehen hat.

Wir haben uns deshalb hier nicht lange aufgehalten und sind nach Simon’s Town gefahren, das touristisch vor allem für seine Pingu-Kolonie bekannt ist. Ausserdem ist hier die ganze Kriegsschiff Flotte von Südafrika stationiert. Und somit viele Marines. Und heute war wohl joggen auf dem Tagesbefehl. Zumindest sah ich hier mehr joggende als nicht-joggende Leute am Strassenrand.

Simons Strand

Annemarie und ich haben uns aber lieber mit den Pinguinen beschäftigt. Sooooo süüüüüesss. Leider gibt es von den 1.5 Mio. vor 20 Jahren jetzt nur noch ca 150’000.

Viele Pingus sind gerade am mausern, d.h. sie machen sich frühlingfitt und verlieren ihr altes Federkleid.

Weiter gings auf dem Chapman’s Peak drive Richtung Cape Town. Viele Automarken produzieren hier ihre Werbefilme, wegen der Kulisse. Und die ist wirklich schön, auch wenn bei uns die Sonne sich schon verabschiedet hat.

Chapman’s Peak drive ohne Sonne

Das Hotel in Kapstadt haben wir ohne grossen Stau erreicht, da wir nicht durch die Stadt mussten, sondern uns ‚von hinten‘ anschlichen, eben über die Kap Halbinsel.

Lisa hat uns heute nur zweimal auf die Probe gestellt. Beide Male hat sie uns in Kapstadt in kleine Strassen geschickt, die entweder so schmal waren, dass wir rückwärts wieder rausfahren oder so langsam fahren mussten, da alle paar Meter ein Stoppschild kam. Die vorgeschlagene Zeitersparnis war da natürlich gleich wieder weg. Frauenlogik halt!

Unser Hotel liegt direkt an der Waterfront, also sehr gut gelegen. Und ich bin mir ganz sicher, dass der Hotelmanager entweder Aktien von LG oder eine vom Lastwagen gefallene Ladung mit TV’s gefunden hat. Wir haben ein Zimmer mit 4 Betten, davon 2 als Kajütte und drei TV’s.

Ein Kajüttenbett mit eigenem TV

Die Fernbedienungen standen schon in Reih und Glied und bettelten nach Bemutzung.

Bitte benutze mich

Ich dachte zuerst, vielleicht sei das die neueste Technologie für 3D Fernsehen…

Das Thema Wasser sparen ist omnipräsent. Die Wasserhähne haben spezielle Durchflussbegrenzer eingebaut, zudem gibt es im Bad einen roten Eimer. Zuerst dachte ich, dies sei der Abfallkübel, aber ich wurde eines besseren belehrt:

Wir sollen mit diesem Eimer das Wasser beim duschen sammeln, damit wir mit diesem den Hotelgarten bewässern können. Wie das genau beim duschen gehen soll, habe ich noch nicht ganz verstanden. Soll ich mich in den Eimer stellen währenddem? Da passt ja nicht mal eine Hand rein. Und was heisst ’save as a local‘? Oder sind darum so viele schwarz hier…. (uiiiiiii, gemeiiiiin, ich weiss)?

Morgen sammels wir mal die ersten Eindrücke dieser Millionenstadt

Bis morgen!

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