Südafrika Tag 4: Grenzübertritt wie früher in die DDR


4. Tag, es wird wieder wärmer. Gestern waren es nur noch knappe 20 Grad gegenüber 41 Grad am Mittwoch. Und heute gibts so ein Mittelding. In der Nacht kühlt es jeweils empfindlich auf 12-13 Grad ab und das kurz nachdem die Sonne untergeht. Und diese geht wiederum früh ins Bett, so um 18 Uhr. Was wiederum einen Einfluss auf den Inhalt des Rucksacks bei der Safari am Abend hat. Zuerst sitzt man locker mit T-Shirt auf dem Jeep, am Schluss kommt man sich vor wie auf einer Kutschenfahrt im Schnee im Januar. Fleece-Jacke, darüber Windbreaker und noch eingekuschelt in Decken fährt man unter Sternenhimmel ’sanft‘ (siehe gestern, Stichwort Rückenmassage) den Giraffen, Gnus usw. entgegen.

Heute morgen war unsere letzte Safari in diesem Resort, es sollte nochmals ein Höhepunkt werden. Wir haben 33.61km abgespult und wie man sieht, ziemlich unkoordiniert, aber dafür mit 2 Höhepunkten (Smilies):

Es ist wirklich erstaunlich, wie die Fährtenleser jeweils die verschiedenen Spuren entdecken und auswerten können. Einmal sieht er in Elefantenscheisse, dass es Weibchen waren (es hat nach Parfum gerochen ;)) oder dass ein Gnu vor genau 17 Stunden und 3 Minuten hier durchgelaufen ist. Heute hat er bald nach dem Safaristart Löwenpuren entdeckt. Und siehe da, nach einigem Hin- und Herfahren lag er einfach da, der König der Tiere (bei KM 12). Sein Bauch war gut gefüllt, deshalb liess er sich auch nicht von nervenden Motorengeräuschen oder dem Auslöserton der Kameras beirren.

Schau mir in die Augen, Kleines…

Ein Prachtexemplar von Leu, nur sollte er sich mal wieder die Haare kämmen.

Für den Lottosechser oder die BIG 5 fehlte nur noch der Leopard. Der war aber weiterhin in den Ferien, bzw. unauffindbar. Aber wir haben So. und Mo. in einem anderem Resort eine Chance. Dafür kam uns ein Gepard vor die Linse, auch nicht schlecht:

Der sieht richtig durchtrainiert aus und ist das schnellste Landtier auf Erden.

Auf dem Rückweg haben wir dann wieder einige Giraffen (laaaaangweilig), Gnus (gäääahnn) und Springböcke (nicht schon wieder) gesehen. Ah ja, Zebras waren auch noch dabei, das war neu.

Nach dem Zmorge hiess es Abschied von unsrerem Ranger und Pilot zu nehmen, die Reise geht weiter ins Ausland.

Vorher noch ein kurzer Stopp bei den Three Rondavels machen, einem schönen Aussichtspunkt (Martin, danke!).

Die 3 Rondavels im Hintergrund und 2 Touris im Vordergrund

Das sind wahrscheinlich die versteinerten Brüder von den three Sisters in Australien (siehe Australienreise-Blog) Wir müssen unbedingt in der Schweiz auch noch sowas in der Art haben, z.B. ‚the three Cheese Fondue Hills‘ oder so.

Weiter gehts nach Swasiland oder gemäss Trump auch Switzerland. Oder neu Eswatini, dem König gefiel der Name Swasiland eines Morgens nicht mehr, also gibts einfach einen neuen. Das kurbelt auch die Wirtschaft an. Gemäss Lisa (unser Navi) dauert die Fahrt ca. 3 1/2 Stunden, total waren es dann aber 6 1/2! Und dabei war Lisa nicht ganz unschuldig. Sie hat uns eine Strecke über 45 km empfohlen, welche von Schlaglöchern entweder übersät war oder aber ganz abgebrochen und neu gebaut wird. Es war eine regelrechte Slalomfahrt um die Löcher mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Aber wie beim Golfen haben wir ca. 18 Löcher voll getroffen, die Stossdämpfer haben jedesmal um Gnade gewinselt. Der zweite grosse Zeitverlust war dann der Zoll an der Südafrikanischen/Swasiland Grenze.

Volle 2 Stunden unserer wertvollen Ferienzeit haben wir dort verbracht. Zuerst einmal war der Rückstau auf der Strasse und dann auch noch die komplizierte und rückständige Abwicklung der Zollformalitäten.

Warten auf bessere Zeiten am Zoll

Zuerst also ca. eine Stunde im Auto mit Stop and go die 500 Meter bis zum Zoll zurücklegen. Dort endlich angekommen und gemerkt, dass es nicht einfach ein Zollhäuschen ist wie in fast allen anderen Ländern, sondern eine kleine Flaniermeile. Links und rechts sind Häuser im Stile eines schlechten Western Film aufgebaut, dazwischen noch Baracken. Und überall stehen Leute in einer Schlange an. Für was welche ist, wissen nur Insider oder wir (jetzt).

Zuerst also das Auto direkt vor dem Saloon mit den meisten Leuten parkiert und dann einfach mal alle Unterlagen wie Foto von Autonummer, Passierschein für Auto, Pässe und Adresse des Hotels in die Tasche gesteckt und sich in die Schlange stellen. Dann waaarten bis man den Kopf der Schlange erreicht hat. Der Kopf ist ein uniformierter Mann hinter der Glaschheibe, dem man ehrfurchtsvoll die Pässe unten durch schiebt. Dann gibts 2-3 Fragen und man bekommt einen Stempel in den Pass. Juhuuu, wir habens geschaff! Das war zumindest unser erster Gedanke bis ich ihn fragte was jetzt noch zu tun ist. Er erklärte mir, dass dieser Stempel nur die Ausreise aus Südafrika bestätigt, nicht aber die Einreise nach Swasiland. Dies kann aber auf der andern Seite dieser Western Stadt gemacht werden. Dort, wo wieder viele Leute antehen. Ok, kein Problem, wir haben ja Zeit… Schlange überstanden, wieder jemand in seinem grün-grauem Hemd vor mir, wieder Pässe wie bei einem Banküberfall den Zettel mit ‚Ich will Geld‘ umtendurch schieben, wieder ein Stempel, fertig. Wir sind jetzt also in SA abgemeldet und in Swasiland angemeldet. Oder so ähnlich. Also ab ins Auto, 30 Meter fahren, und beim nächsten Kassenhäuschen fragt uns eine Frau, wieviele Personem im Auto sind. Ungefähr oder genau zwei war die Antwort. Frau gibt Zettel mit Autonummer drauf und der Zahl 2. Dieser Zettel beweist nur, dass im Auto 2 Leute sitzen und nach Swasi wollen. 5 Meter weitergefahren, dann kickt uns ein junger Mann an, dass wir zuerst noch durch den Swasiland Zoll gehen dürfen und danach auch noch die Strassengebür bezahlen müssen. Als Auto wieder parkiert und in der nächsten Schlange angestanden. Dann wieder Banküberfall Bewegungen machen und warten, bis der Pass zurück kommt. Zuguterletzt noch in das nächste Gebäude und die Strassengebühr bezahlen.

Das wars schon… Ehrlich, zu Zeiten der DDR war es einfacher dort reinzukommen als hier. Ich hoffe nur, dass wir morgen auch wieder rauskommen, obwohl wir ja eigentlich halb Swasiländer sind, gemäss Trump. Und dann habe ich noch gelesen, dass Swasiland eine Zollunion mit Sudafrika bildet. Wie war die Abwicklung bloss vor der Union?

Morgen gehts also wieder raus aus Swasi zur nächsten Safari Lodge in der Nähe von Hluhluwe. Bis morgen.

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