
Jaja, der Wetterbericht ist auch auf der anderen Seite der Welt nicht genauer als bei uns. Wir haben uns heute auf schönes und vor allem warmes Wetter eingestellt und was bekommen wir? Bedeckter Himmel und 18 Grad. Aber es wird zu Glück noch besser. Heute fahren wir nach Melbourne, wo wir unseren Hogi wieder abgeben werden. Genau jetzt, wo ich mich an den Linksverkehr gewöhnt habe. Dafür lasse ich bei einer Abiegung immer mal wieder den Scheibenwischer laufen, anstatt den Blinker zu betätigen. Gefällt mir einfach besser 🙂
Neeeeeeiiin, die Hebel sind vertauscht. Der Blinker ist rechts vom Steuerrad, der Scheibenwischer links.
Zuerst wollen wir aber unseren reichhaltigen Zmorge wieder abtrainieren und laufen ein paar Kilometer durch den Dschungel. Dafür eignet sich der ‚Mats rest‘ Rundgang im Great Oatway NP bestens. Ein schöner Weg zeigt den ‚echten‘ Regenwald, so wie man ihn sich vorstellt; fast kein Tageslicht, alles ist feucht, umgestürzte Bäume und überall raschelt es.
Bild 1 – Regenwald wie beim TV Sender National Geographic
Und Bäume so gross, dass sie glatt auch als Einzimmerwohnung in Hongkong durchgehen könnten.
Bild 2 – Soeben eine Wohnung gekauft
Bild 3 – Und hier ein Foto des Gartens
Nach diesem ausgiebigen Morgenspaziergang haben wir Hogi nochmals beansprucht und sind die Great Ocean Road weiter nach Kenneth River gecruised. Eine Route mit mehr Kurven als von Chur nach Arosa. Zum Glück hatten wir unser Essen schon verdaut…
Aber manchmal finde ich die Strassenbeschilderung ein kleines bisschen übertrieben:
Kenneth River ist vor allem bekannt wegen den farbigen Papageien und den vielen Bärlis in den Bäumen. Wir haben zuerst die Papageien in den Bäumen gesehen. Überall! Und ein gekreische…. das müssen alles Weibchen sein…
Bild 5 – Papagei, Mamagei und Liebhabergei?
Da hören sich unsere Spatzen zuhause doch schöner an, beim Aussehen sieht es anders aus… Und die Flatterviecher sind überall…. überall dort, wo sie Futter vermuten. Man muss sich wirklich nur ruhig hinstellen, ein, zwei Minuten warten und schon hat man eine lebendige Kopfbedeckung.
Bild 6 und 7 – Geien auf Mama und Papa
Und natürlich sind auch die hyperaktiven Koalas wieder aufgefallen, auch dieser hat es sich wieder bequem unbequem gemacht.
Bild 8 – Der muss gerade einen schönen Traum haben, dem lächeln nach
Die Zeit vergeht wie im Fluge, wir müssen das Auto spätestens um halb 6 in Melbourne abgeben und haben noch ca. 2 Stunden vor uns. Deshalb machen wir nur noch einen Pinkelpausehalt in Lorne. Dieses befindet sich ungefähr 140 Kilometer südwestlich von Melbourne und ist eines der beliebtesten Urlaubsziele entlang der Great Ocean Road. Vor allem Australier machen hier länger Ferien. Die Strände in der Region von Lorne sind auch für die Surfer ein Mekka.
Die Pinkelpause artet aus und wir setzen uns in eines der vielen Surfer-Cafes und jedes hat die grösseren, saftigeren Hamburger. Also gut, einen essen wir noch… Plötzlich wieder ein Gekreische am Himmel, wie vorhin in Kenneth River. Eine schwadrone Kakadus hat sich aus ihrem Versteck in den Baumkronen getraut und hat nun die Himmelshoheit. Das waren mindestens 50 Stück.
Bild 8a – Es hat mehr Kakadus als Menschen in Kenneth River
Das letzte Stück nach Melbourne fahren wir auf der fünfspurigen Autobahn. Es fahren eigentlich alle gesittet, es ist einfach irgendwie ‚komisch‘, wenn dich bei Tempo 110 auf Spur drei ein XXL (Road Train)-Truck überholt. Wenn das Monster neben dir ist, ist Sonnenfinsternis. Diese Trucks müssen mindestens 500 PS unter der Haube haben (Vorschrift), können dafür locker mit der Geschwindigkeit der PW’s mithalten.
Bild 9 – Der schiefe Turm von Melbourne
Der erste Eindruck von Melbourne? Komplett anders als Sydney, viel europäischer und lebendiger. Die Lebendigkeit kommt uns beim Restaurant zugute. Wir können ohne Problme noch um 22 Uhr abends etwas essen gehen, ohne dass neben dir die Stühle schon auf den Tischen sind. Dafür muss man unbedingt reservieren, ansonsten wartet man wie wir mehr als eine Stunde auf einen Platz. Wenn ein Tisch frei wird, bekommt man eine SMS zugeschickt.
Bild 10 – Der erste Eindruck zählt – und er gefällt
Bild 11 – Eingang zum Hauptbahnhof
Morgen werden wir mal Melbourne per Schiff erkunden. Wir freuen uns!

