3. Tag: Spirituelles und Jööööhhhh….


Wieder aufgestanden mit Sonnenschein, wieder reichhaltig Zmorge genossen, der Tag konnte nicht besser starten. Heute wollten wir unter anderem ein bisschen das alte China entdecken. In dieser Riesenstadt sind die Gegensätze zwischen moderner und traditioneller Welt immer mal wieder ‚versteckt‘ an einer Strassenecke anzutreffen, wie z.B beim Yu Garden.Während sich im Hintergrund die kapitalistischen Türme um das ‚wer ist der höchste‘ streiten, taucht man im Yu Garden in eine andere Welt ein.

Der Yu Garden ist für die buddistischen Chinesen eine sprituelles Zentrum, in welchem sie ‚Ihren‘ Budda huldigen. Genau gesagt sind es drei; links, vorne und rechts. Und in der Mitte stehen die Räucherstäbchen, damit die Buddas auch angemessen angebetet werden können.
Buddas schauen dich von drei Seiten an…

Neben den Buddas gibt es gibt es eine weitere Tradition in China, die uns doch merkwürdig vorkommt. Viele Kleinkinder sieht man mit nacktem Hinterteil auf der Strasse. Beim ersten dachten wir noch, dass der arme Cheib eine kaputte Hose anhatt. Doch laufen die meisten so rum.

Allzeit bereit…

Windeln waren bis vor wenigen Jahren in China kaum erhältlich, also machte man eine Schlitz hinten rein und gut ist. Immer, überall und jederzeit bereit… Die Hosen gibt es in allen Variationen, die Winterhose zum Beispiel ist bis auf den Schlitz gefüttert, wie bei diesem Kleinen auf dem Bild. Tja, andere Länder, andere Sitten.
Weiter ging es durch typische Gässchen, so wie ich mir China vorstelle. Ein wildes durcheinander, farbig, ein bisschen schmudelig und nach vielen Düften riechend. Es ist wirklich wie in einer anderen Welt. Aber spannend, muss man gesehen haben.

Organisiertes Durcheinander

Übrigens: Die vielen Roller, welche man überall auf den Strassen sieht, sind zu 95% Elektroroller. Viele davon sehen wie selber zusammen gebastelt auf, sind mit Folie umwickelt (Regenschutz?), haben überall Klebeband und eben eine riesen Batterie meistens unter der Fussablage. Aber sie fahren – auch wenn der Töff manchmal beladen wird wie ein Lieferwagen.

Hauptsache Elektroantrieb

Am Nachmittag war ein Besuch im Zoo geplant, vor allem um die Pandas zu sehen. Wenn man schon mal in China ist…. 🙂 Also ab in die U-Bahn.Der Zoo liegt in der Nähe des zweiten Flughafens von Shanghai, dem Hongqiao Airport und ist flächenmässig riiiiesig. Kaum den Eingang durchquert, hören wir einen „Marktschreier“ „Panda, Panda“ rufen. Natürlich folgen brave Aliens diesem Ruf. Und nicht nur wir, sondern alle Zoo Besucher setzen sich in einen Anhänger des Zuges, welche sie bequem zum Panda Reservoir bringt. Die anderen Tiere sind schon fast zu bemitleiden, diese werden konsequent ignoriert. Hmmm, vielleicht sind die anderen Gehege ja sowieso leer… :-)Was hat der „Hat-noch-nie-einen-Panda-gesehen-Alien“ für ein Bild von einem Panda im Kopf? Genau: weiss-schwarze kuschelige Bären, so wie auf dem WWF Logo. Und was sieht man als erstes? einen traurigen Braunbär, welcher mal eine Zahnbürste benutzen sollte:

Mein erster Augenblick mit einem „Panda“

Von Pandas keine Spur… Trotzdem war der „Kontakt“ mit dem Normalobär faszinierend. Ich war noch nie einem Bären so nahe, ohne Gitter dazwischen. Generell habe ich kein Gitter in diesem Zoo gsehen (ok, bei den Fischen auch schlecht umsetzbar :-)), die meisten Tiere sind in einem Graben untergebracht, der ca. 3 Meter tief ist. Und die Tiere können sich bis zum Rand frei bewegen und dann zu den Besuchern raufschauen.Die Pandas sind noch weiter hinten im Zoo „versteckt“. So nach dem Motto: Das Beste kommt zuletzt. Und dann kam der jöööööhhhh-Effekt, zwei Pandas gesichtet, welche sich gerade zanken:

und fressen:

und schlafen:Jööööööööööööööööhhhhhhhhhhhh!!!……….. Oder auf Chinesisch: 荷蘭荷蘭荷蘭荷蘭荷蘭荷蘭荷蘭荷蘭荷蘭荷蘭荷蘭!!!

Aber ich werde den WWF verklagen müssen: Die Bären waren gelblich-schwarz, nicht weiss-schwarz. Irreführende Werbung!Ach ja, wenn man mal für einem Bären oder ein anderes Tier Fluchthelfer spielen will, kann man sich einfach ein Seil aus dem „Notfallkasten“ holen, welche überall aufgestellt sind. Bei einem Notfall bitte genug Zeit einplanen; man braucht vielleicht ein bisschen länger, bis man das Seil entknotet hat….
Chinesischer Feuerwehrschlauch

So, das reicht an Tieren, welche man nur anschauen kann. Zurück in die Innenstadt, wo man die Tiere auch als Menue serviert bekommt :-)Am Abend war ein Besuch in einem französischem Gault Millau Restaurant auf dem Programm. Wir wollten mal wieder was westliches essen. Das Restaurant „Mr&Mrs Bund“ ist direkt an der Ufepromenade des Huangpu Jiang Flusses gelegen, dem sogenannten Bund. Der Bund ist der Touristenhotspot am Abend. Man hat von hier einen fantastischen Ausblick auf die blinkende Skyline. So sieht die heute aus:

Skyline 2016

Und so vor 15 Jahren!!!https://forwearemany.files.wordpress.com/2010/06/shanghai-lujiazui1996.jpgSkyline 2001

Da gab es ausser dem Fernsehturm und ein paar grösseren „Einfamilienhäusern“ noch nix, nada! Und in Zürich bringen Sie nicht einmal ein Fussballstadion in 10 Jahren hin.Die Skyline ist wie in Disneyland beleuchtet, die Farben der Wolkenkratzen ändern sich ständig. Sieht also schon schön aus… 🙂
Wir waren aber definitiv nicht die einzigen hier, von den 23 Mio. Einwohnern waren ca. 22 Mio. an der Uferpromenade. Wenn man dan mal einen Fotoplatz in der ersten Reihe ergattern konnte, wurde man bald von allen Seiten recht unsanft bedrängt. Aber als Alien ist man standfest (und einen Kopf grösser :-))

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Ach ja, das Essen bei Herrn und Frau Bund war wirklich Sternewürdig. Sehr zu empfehlen. Man könnte sich aber zu dem Preis eine locker Woche mit Strassenfood ernähren.

Fünf Gang Menue zu einem Fünf Sterne Preis

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