Unser diesjähriger traditioneller vorweihnachtlicher Städtetrip geht mal nicht Richtung Westen, sondern in den chinesischen Südosten. Shanghai wird auch als die westlichste Stadt in China genannt, wegen seines Einflusses der englischen und französischen Kolonien nach dem Opiumkrieg vor mehr als 100 Jahren.
Ein guter Einstieg also für die zum Teil doch sehr für uns Wessis fremde Kultur Chinas. Und mit ca. 23 Millionen Einwohnern ein bisschen grösser als Zürich…
Der Flug war halt wie es so ist, wenn man knappe 13 Stunden in einer runden Metallröhre eingesperrt ist – er ging vorüber ohne Schlaf. Zumindest für mich, ich kann einfach nicht schlafen in so grosser Höhe. Pünktlich angekommen erwartet uns Shanghai im Dauerregen, aber mit 13 Grad doch angenehm ‚warm‘. Die Zollkontrolle ging reibungslos und sehr schnell, da kann sich der Herr Tump noch eine Scheibe für sein Land davon abschneiden. Ok, vielleicht wird es besser, wenn die Mauer endlich da ist 😉 Aber ich glaube, die Zöllner am Flughafen stehen entweder unter Drogen, haben eine Maske auf oder sind schon Roboter – keine Miene wird verzogen, nicht einmal einen Augenaufschlag habe ich mitbekommen.
Kurz nachdem wir die Koffer in Empfang nehmen durften, mussten wir sie auch schon wieder röntgen lassen. Damit man in den Highspeed Zug ‚Magalev‘ einsteigen durfte, musste das Gepäck durch einen Sicherheitscheck. Ein Vorgehen, welches uns noch die ganze Woche begleiten wird. Der Magalev ist die schnellste Verbindung vom Flughafen in die knapp 40 Km entfernte Stadt. Diese Strecke legt er in 6 Minuten zurück! Die Spitzengeschwindigkeit war bei uns 435 km/h, ich wäre also so in 24 Stunden von Zürich in Shanghai, nur doppelt so lange wie mit dem Flugzeug. Und ich könnte schlafen 😉
Es ist schon eindrücklich, wie der Siemens Zug beschleunigt (ist also ein Original, bzw. noch nicht von den Chinesen kopiert) und die Autos auf der parallel entlang laufenden Autobahn wie stehenbleiben. Und die Druckwelle, wenn der Zug aus der anderen Richtung an einem vorbei schiesst.
Sechs Minuten später hiess es dann also aus-, bzw. umsteigen in die Schneckentempo U-Bahn zum Hotel, das Radisson blu direkt am People Square. Zentral gelegen und gute Metro Anbindungen in alle Richtungen. Zudem ist im obersten Stock noch eine schöne Bar mit Sicht auf die Stadt. Von unten sieht die Bar wie ein soeben gelandetes UFO aus (vielleicht auch echt und als Nachschubweg für die Roboter gedacht 😆).
Unsere Home base, standesgemäss, wie es sich für Aliens gehört
Nach einem kurzen Nickerchen ging es auf die erste Erkundungstour. Da es immer noch regnete, suchten wir unseren schon vorbereiteten und nächstgelegensten Hotspot von Hotel aus, auf. ‚Blöderweise‘ war dies ein Telecom Shop. Ganz nach dem Motto, das wichtigste zuerst erledigen. Ich wollte mir das Xiaomi Mi Mix Mobilephone kaufen, das erste mit ‚randlosem Display‘. Dies kam in China vor einem Monat auf den Markt und wat innerhalb 10 Minuten ausverkauft. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, dass ein Aliens wie ich doch noch eines ergattern kann. Leider nein, nur die Demogeräte waren dort. Aber ich durfte es zumindest anfassen.
Warum ‚Aliens‘? So werden die Ausländer in China bezeichnet, zumindest auf dem offiziellen Einreiseformular des Zolls. Und wir fühlten uns manchmal aus so, dazu später mehr.
Jetzt verstehe ich auch, warum wir in diesem UFO Hotel schlafen 😆
Abends gingen wir dann noch zu einem Chinesen, die gibt es hier wie Sand am Meer 😆 Und schon ist der erste Tag Geschiche. Gute Nacht!

